Vereinshistorie

Es begann im Juni 1975: Wolfgang Lücke, Manfred Quitmann und ein gutes Dutzend Modellflieger aus dem Raum Oberhausen/Bottrop gründeten den MFC Oberhausen. Getrieben wurden sie von dem lang gehegten Wunsch nach einem zugelassenen Modellflugplatz, auf dem sie auch Motorflugmodelle betreiben dürfen. Dies konnte kein Verein in der näheren Umgebung bieten, also nahmen sie die Sache selber in die Hand.

mfc-oberhausen-vereinshistorie-01Erwartungsgemäß gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Gelände als aufwändig und schwierig; nicht ohne Grund gab es kein zugelassenes Modellfluggelände in der Nähe. Nach drei Jahren intensiver Suche stellte sich endlich der Erfolg ein. Im Norden von Bottrop-Kirchhellen, nahe der Stadtgrenze zu Gahlen, wurden sie fündig, ein geeignetes Gelände von ca. 15.000 m² mit einem Eigentümer, der es zu fairen Konditionen ab Juli 1978 verpachtete.

mfc-oberhausen-vereinshistorie-02Intensive Gespräche mit dem Regierungspräsidium Münster und der Stadt Bottrop führten im nächsten Frühjahr zum ersehnten Erfolg. Die Aufstiegsgenehmigung wurde im Februar 1979 und die Baugenehmigung im Mai 1979 erteilt, damit ging der Traum vom eigenen zugelassenen Modellflugplatz in Erfüllung und die Zeit der Überbrückung auf anderen Plätzen im weiteren Umkreis als geduldete, aber ungeliebte Gastflieger war endlich zu Ende.
Jetzt begann die Zeit der körperlichen Arbeit, denn das Gelände war eine verfüllte Kiesgrube mit Ähnlichkeiten zu einem frisch gepflügten Acker, von einer ebenen Fläche zum Starten und Landen von Modellflugzeugen Lichtjahre entfernt. Also wurde in der nächsten Zeit mehr planiert, hergerichtet und gebaut als geflogen. Schon während der Planierungsarbeiten wurde der Flugbetrieb aufgenommen, was einigen Modellen nicht gut bekam, wenn die Piloten die kurze und schmale Landebahn nicht trafen. Es wurde kontinuierlich besser:

Als Nächstes war die gesamte Fläche nutzbar, dann wurde Rasen gesät, der Schutzzaun errichtet, Tische, Bänke und eine Hütte aufgestellt und der Parkplatz angelegt. Dies erfolgte ausschließlich durch Eigenleistung engagierter Mitglieder, die sich damit durch Beharrlichkeit und harte Arbeit ihren Traum erfüllten. Besonders hervorgetan hatten sich bei diesem Projekt der Platzwart Rolf Dreisch, als pensionierter Mitarbeiter einer Tiefbau-Firma für die Erdbewegungen und Ferdinand Koch als Maurermeister für der „Hochbau“.

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Parallel zu Suche, Genehmigung und Bau des Modellflugplatzes wurde eine Modellbauwerkstatt eingerichtet. Freundlicherweise stellte die Stadt Oberhausen einen ehemaligen Werkraum in der Heide-Schule zur Verfügung. Zweimal pro Woche traf man sich dort, um Flugmodelle zu basteln.
Es war noch nicht die Zeit der Fertigmodelle und so wurden die Modelle aus Balsaholz, Kiefernleisten, Bespannpapier und Spannlack entweder nach Bauplan oder als Eigenkonstruktion gebaut. Viele Mitglieder hatten während dieser Zeit zu Hause keine Möglichkeit dies zu tun, sodass die Werkstatt großen Anklang fand. Anfänger konnten unter der Anleitung des Werkstattleiters Willi Lücke Modelle fertigstellen und alle Tricks und Kniffe des Modellbaus erlernen. Mit dem Zeitalter der Hubschrauber und Fertigmodelle sank das Interesse an der Vereinswerkstatt schlagartig, sodass diese Einrichtung in den 90er-Jahren schließlich aufgegeben wurde.

Seit der Zulassung des Flugplatzes wuchs der Verein rasant und hatte bald 70 Mitglieder. Es vergingen ziemlich genau zwanzig Jahre mit rundum herrlichem Flugbetrieb und vielen zufriedenen Modellfliegern.
mfc-oberhausen-vereinshistorie-18Es gab Höhen und Tiefen in dieser Zeit, z.B. die Teilnahme an Wettbewerben und Ausstellungen, Ausrichtung von Vereinsmeisterschaften und Sommerfesten u.v.m, aber auch einen jahrelangen Streit mit einem Nachbarn, der u.a. zu einer temporären Stilllegung des Flugbetriebes führte. Aber auch dieses Problem konnte letztendlich gelöst werden.
mfc-oberhausen-vereinshistorie-27Da die Unterstützung durch den DAeC, dem der Verein seit seiner Gründung angehörte, sehr zu wünschen übrig ließ, erfolgte im Mai 1985 der Wechsel zum DMFV, der – wie sich später heraus stellte – eine wichtige Grundlage für das Überleben des Vereins werden sollte.
In die schwierigste Situation seit seiner Gründung geriet der Verein, als der Grundstückseigentümer verstarb und der Erbe das Grundstück im Oktober 1999 verkaufte. Im Jahr des 25-jährigen Vereinsjubiläums signalisierte der neue Eigentümer recht bald keine Bereitschaft das Grundstück weiter zur Verfügung zu stellen. Trotz dieses herben Rückschlags ließ sich die Vereinsführung, die seit der Eintragung in das Vereinsregister aus dem Gründer-Duo bestand, nicht entmutigen und organisierte eine Busfahrt für alle Vereinsmitglieder im Juni 2000 zur ILA nach Berlin. Diese Jubiläumsfahrt war das Veranstaltungs-Highlight in der Vereinsgeschichte.

Schon frühzeitig startete der Vorstand das Projekt „Verlegung des Fluggeländes“, sodass kurz nach dem Eintreffen der Kündigung des Pachtvertrags zum Ende des Jahres 2001 ein neues Grundstück gepachtet werden konnte. Als sehr vorteilhaft erwies sich, dass es sich um den benachbarten Acker zum bisherigen Flugplatz handelte. Im August 2001 wurden die Anträge zur Verlegung des Modellfluggeländes bei der Bezirksregierung Münster und der Stadt Bottrop gestellt. Nach zuerst positiven Signalen bekam der Verein plötzlich von allen Ämtern Gegenwind, da die untere Naturschutzbehörde die Zustimmung verweigerte. Ab diesem Zeitpunkt erhielt der Verein die in jeder Hinsicht wertvolle juristische Unterstützung durch Herrn RA Kreutzberg einschließlich der Rechtsschutzzusage des DMFV, so dass im April 2002 gegen den Ablehnungsbescheid bezüglich der Aufstiegserlaubnis unverzüglich Widerspruch eingelegt und später Klage bei Verwaltungsgericht Gelsenkirchen erhoben wurde. Parallel dazu machte der Vereinsvorstand im Mai 2002 zwei erfolgreiche Eingaben beim Petitionsausschuss der Landtages NRW. Diese Ausschöpfung aller rechtsstaatlichen Möglichkeiten führte schließlich zu einem Sieg der Vernunft und damit zur Erteilung der Aufstiegserlaubnis im Oktober 2002.

mfc-oberhausen-vereinshistorie-23mfc-oberhausen-vereinshistorie-22Nach einem Jahr Zwangspause, die von einem Teil der Mitglieder mit Segel- und Elektroflug überbrückt wurde, konnte der komplette Flugbetrieb wieder aufgenommen werden. Bis zur Erteilung der Baugenehmigung dauerte es noch weitere 18 Monate.

Mit dem Eintreffen der letzten Genehmigung ist das alte Führungsteam nach 28 Jahren auf dem Höhepunkt seines Erfolgs zurückgetreten und hat die Lenkung des Vereins an den neuen Vorsitzenden Friedhelm Sindhoff übergeben. Zusammen mit seinen Vorstandskollegen, dem Platzwart und vielen engagierten Mitgliedern hat er den vorgezeichneten Weg konsequent weiterverfolgt.

Im April 2004 konnte endlich mit den Baumaßnahmen begonnen werden, sodass der Fertigstellung und offiziellen Einweihung des neuen Modellfluggeländes im Juli 2004 nichts mehr im Wege stand. In der Folgezeit wurde das neue Fluggelände schrittweise ausgebaut und nach wenigen Jahren erstrahlte der Flugplatz in dem Glanz, den er heute immer noch hat.

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Während der Amtszeit von Friedhelm Sindhoff wuchs der Verein rasant auf über 90 Mitglieder, insbesondere durch den Trend zu Hubschraubern. Den neuen digitalen Informationssystemen Rechnung tragend, erfolgte die Erstellung der ersten Vereins-Homepage sowie eine grundlegende Umstrukturierung der Buchführung und Kassenverwaltung. Nach acht erfolgreichen Jahren konnte er voller Stolz auf das Geleistete zurückblicken und kandidierte im Jahr 2011 altersbedingt nicht mehr.

Nachfolger wurde Werner Kohn, der einen gut organisierten und finanziell gesunden Verein übernahm. Im Jahr 2012 beantragte er erfolgreich eine unbefristete Aufstiegsgenehmigung, um eine bessere Rechtssicherheit zu haben, denn bisher musste die Genehmigung jeweils nach fünf Jahren neu beantragt werden. Aufgrund einer neuen Gesetzgebung erstreckten sich die Bedingungen und Auflagen nunmehr auf alle Flugmodelle, d.h. die Beschränkung der Flugzeiten galt auch für Segler und Modelle mit E-Antrieb bis 5 kg.

Aufgrund der rasanten Leistungssteigerung bei Elektroantrieben im letzten Jahrzehnt stieg die Zahl der mit Elektromotor angetriebenen Flugmodelle und Hubschrauber enorm, Verbrennungsmotoren spielen auf unserem Flugplatz seitdem nur noch eine untergeordnete Rolle. Diese Entwicklung stand im Konflikt mit der neuen Aufstiegsgenehmigung. Während der Flugbetrieb immer leiser wurde, erstreckte sich die Mittagspause zum Leidwesen der meistens Vereinsmitglieder nunmehr auf alle Flugmodelle. Abhilfe schuf eine Genehmigungsänderung im Jahr 2016, seitdem ist der Betrieb von Modellen bis 5 kg ohne Verbrennungsmotor täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang durchgängig gestattet.

Fest etabliert hat sich auch das jährliche Sommerfest mit Nachtflug und Heli-Day, bei dem Werner Kohn anfangs auch mit seiner Band auftrat.

Im Jahr 2017 übernahm das Gründungsmitglied Wolfgang Lücke, nach vierzehn Jahren in beratender Funktion, wieder aktiv die Vereinsführung. Zu seinem neuen Team gehören Wolfgang Huvendiek als Geschäftsführer und Klaus Lempke als Kassierer, beide sind mit 38 bzw. 14 Jahren ebenfalls langjähre Vereinsmitglieder. Zusammen stellen sie sich den neuen Herausforderungen, wie z.B. der neugefassten Luftverkehrsordnung („Drohnen-Verordnung“), der Datenschutz-Grundverordnung, der Digitalisierung in der Vereinswelt und der baulichen Anpassung des Flugplatzes an veränderte Gegebenheiten.

Zum Abschluss dieser Vereinshistorie seien die Mitglieder der „ersten Stunde“ genannt, die jetzt noch Vereinsmitglieder sind…

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Manfred Quitmann
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Heinz Monerian
Wolfgang Lücke